Alle zwei Jahre richtet sich der Blick der grünen Branche nach Nürnberg. Vom 15. bis 18. September 2026 öffnet die GaLaBau wieder ihre Tore – zum 26. Mal, erstmals von Dienstag bis Freitag und damit ohne Samstag. Ein scheinbar kleines Detail, das viel über die aktuellen Entwicklungen unserer Branche verrät: Wer auf der Baustelle gebraucht wird, kann sich keine Wochenend-Messe mehr leisten.
Doch zwischen Hallen, Landschaftsgärtner-Cup und E-Mobility-Area geht es 2026 um weit mehr als Maschinen und Pflanzen. Es geht um die Frage, wie eine Branche, die im Geschäftsjahr 2024 erstmals die 10,65-Milliarden-Euro-Marke geknackt hat und über 131.000 Menschen beschäftigt, ihre Rolle im Umbau der Städte behaupten will. Die NürnbergMesse hat ihre Leitthemen im Trendbarometer 2026 klar umrissen: Nachhaltigkeit, Klimaanpassung und Fachkräftesicherung. Drei Stränge, die schon jetzt in jedem Betrieb angekommen sind – und die in Nürnberg zusammenlaufen werden.
VIER STIMMEN ZUR GALABAU 2026
— Egbert Roozen, Generalsekretär ELCA |
— Dirk Böcker, Geschäftsführer BGL |
— Prof. Stephan Lenzen, Präsident bdla |
— Isabel Grundner, Veranstaltungsleitung GaLaBau |
1. Klimaanpassung: vom Nice-to-have zum Kerngeschäft
Hitzeperioden, Starkregen, Dürreschäden: Was noch vor wenigen Jahren als Ausnahme galt, ist Alltag geworden. Städte und Kommunen stehen unter Handlungsdruck – und der GaLaBau wird zunehmend zum zentralen Umsetzer. Begriffe wie Schwammstadt und Regenwassermanagement sind längst aus den Fachpublikationen in die Ausschreibungen gewandert.
Der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) sieht Klimaanpassung als das prägende Thema des kommenden Jahres. Dach- und Fassadenbegrünungen, hitzereduzierende Freiräume, widerstandsfähige Pflanzenverwendung – all das sind Kompetenzfelder, in denen Landschaftsgärtner:innen Planung, Bau und Pflege ganzheitlich verbinden. Ergänzend schafft die EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur einen politischen Rahmen, der konkrete Ziele für die Begrünung europäischer Städte vorgibt.
Grün, blau – und bunt
Prof. Stephan Lenzen, Präsident des Bundes Deutscher Landschaftsarchitekt:innen (bdla), bringt die Herausforderung auf eine Formel, die sich zu merken lohnt: „grün-blau-bunte Infrastrukturen“.
- Blau steht für Wassermanagement in Zeiten zunehmender Hitze und Trockenheit.
- Grün für Vegetation, Biodiversität und ökologische Funktionen.
- Bunt schließlich für die soziale Dimension – die Gestaltung gendergerechter, inklusiver und barrierefreier Orte, die allen gesellschaftlichen Gruppen eine gleichberechtigte Teilhabe ermöglichen.
Damit wird aus Klimaanpassung mehr als Technik: Sie wird zum Stadtumbau, der ökologische, bauliche und soziale Fragen gleichzeitig beantworten muss. Landschaftsarchitektur, Stadtplanung und Verkehrsplanung – so Lenzen – sind gefragt, eine Vorreiterrolle einzunehmen.
Große Aufgaben, enge Kassen
Gleichzeitig stehen viele Kommunen unter erheblichem finanziellem Druck. Lenzen fordert daher kreative Lösungsansätze und klare Prioritäten in der Planung, um Zukunftsprojekte auch mit begrenzten Mitteln realisieren zu können. Für ausführende Betriebe heißt das: Effizienz ist kein Nebenthema mehr. Maschinen, die mehr als eine Aufgabe erledigen, Fahrzeuge, die ohne zusätzlichen Transportaufwand zwischen Baustellen wechseln, und Technik, die Personal entlastet statt ersetzt – all das wird 2026 zum Entscheidungskriterium.
Für den einzelnen Betrieb heißt das: Die Aufträge werden größer, komplexer, technischer. Wer heute eine Fläche entsiegelt, ein Rigolensystem baut oder ein Retentionsdach anlegt, braucht Maschinen, die in engen urbanen Räumen präzise arbeiten – und die Oberflächen möglichst wenig belasten.
2. Elektrifizierung: die Baustelle wird leiser
Parallel zur Klimaanpassung beschleunigt sich ein zweiter Umbruch: der Wechsel auf emissionsfreie Antriebe. Die GaLaBau 2026 richtet dafür eigens eine E-Mobility Area ein, auf der Hersteller elektrische Bau- und Pflegemaschinen sowie Kommunalfahrzeuge live vorführen. Der Grund ist nicht nur ökologisch: Immer mehr Kommunen schreiben emissionsarme oder -freie Geräte bereits aus. In Innenstädten, auf Schulhöfen, in Parks und auf Krankenhausgeländen gelten Lärm- und Abgasgrenzen, die mit Dieselmaschinen kaum noch einzuhalten sind.
Gleichzeitig zeigt der GaLaBau-Branchenreport: Die Materialquote sinkt, die Arbeitskosten steigen. Elektrifizierung wird damit auch zur betriebswirtschaftlichen Frage. Niedrigere Betriebskosten, weniger Wartung, planbare Energiepreise – wer rechnen kann, schaut sich in Nürnberg genau um.
3. Fachkräftemangel: das Thema hinter allen Themen
So sehr Klimaanpassung und Elektromobilität die Schlagzeilen bestimmen – in vielen Betrieben ist die drängendste Frage eine andere: Wer macht die Arbeit? Europaweit berichten Unternehmen von Schwierigkeiten, qualifiziertes Personal zu finden, besonders in Bauleitung und Projektmanagement. Die Gründe reichen von steigender Projektkomplexität über ein hartnäckiges Imageproblem des Berufsbildes bis zu begrenzten Spielräumen bei der Fachkräftezuwanderung.
Ausbildung wird europäisch gedacht
Die europäische Vereinigung des Garten-, Landschafts- und Sportplatzbaus (ELCA) macht berufliche Ausbildung im Rahmen der „Union of Skills“ 2026 zum Schwerpunktthema. Geplant ist unter anderem ein europäisches Netzwerk von Zentren für berufliche Exzellenz, das den Austausch zu Ausbildung und lebenslangem Lernen fördern soll. Für deutsche Betriebe eröffnet das zusätzliche Wege – von internationalen Austauschen bis zu gemeinsamen Qualifizierungsstandards.
Auf nationaler Ebene setzt die Branche auf Sichtbarkeit: Der Landschaftsgärtner-Cup auf der GaLaBau, neue Fachkräftekampagnen des BGL und eine modernisierte Ausbildungskommunikation sollen junge Menschen erreichen. Für Betriebe bedeutet das parallel: Jede Maschine, die einem Team Arbeit abnimmt, Wege verkürzt oder An- und Rüstzeiten reduziert, ist bares Geld – und vor allem ein Argument für Mitarbeiterbindung.
Wo Bobcat ins Bild kommt
Die drei großen Themen der GaLaBau 2026 – Klimaanpassung, Elektrifizierung, Fachkräfte – klingen nach Politik und Grundsatzdebatte. In der Praxis landen sie jeden Morgen auf der Baustelle: als Aufgabe, die jemand in der Hand haben muss. Genau dort arbeiten wir.
Kompaktlader, Minibagger und Teleskoplader von Bobcat sind seit Jahrzehnten die Maschinen, die dort fahren, wo es eng wird – in Vorgärten, auf Innenhöfen, zwischen Altbaumbestand. Für die Themen von 2026 bedeutet das konkret:
- Grün-blau-bunt in der Praxis – kompakte Maschinen mit geringem Bodendruck arbeiten schonend in sensiblen Grünflächen, bei Entsiegelungen, Versickerungsmulden und Begrünungsprojekten auch an schwer zugänglichen Orten.
- Emissionsfreie Einsätze – zum Beispiel mit unserem E10e-Minibagger steht ein vollelektrisches Angebot für Innenstädte, geschlossene Räume und lärmsensible Umgebungen bereit.
- Eine Maschine, viele Aufgaben – über 100 Anbaugeräte machen aus einem Bobcat ein komplettes Werkzeug-System. Das ist die praktische Antwort auf Lenzens Forderung nach „kreativen Lösungsansätzen mit begrenzten Mitteln“ – und zugleich eine Antwort auf den Personalengpass.
- Nähe vor Ort – ein bundesweites Händlernetz von Bensheim über Dresden, Frankfurt, Fulda, Idstein, Kaiserslautern und Karlsruhe bis Mülheim sorgt dafür, dass Service und Ersatzteile kurze Wege haben.
In Nürnberg werden wir genau das zeigen: Maschinen, die in den Themen der Branche zuhause sind. Dazu Service, Finanzierung und Gesprächspartner, die die Aufgaben vor Ort kennen.
Was 2026 neu ist – und warum sich der Termin lohnt
Die GaLaBau 2026 fährt ein deutlich erweitertes Rahmenprogramm auf. Neben den gesetzten Highlights – Grün-Blauer Pfad, E-Mobility Area, Landschaftsgärtner-Cup – kommen mehrere neue Formate hinzu:
- GaLaBau Camp – Mitmach-Format mit Praxisvorführungen und Austausch.
- ZUKUNFTSRAUM – Sonderschau zu zukunftsfähiger Freiraumgestaltung.
- Innovation Hub – Bühne für neue Technologien und junge Anbieter.
- BSFH Meetingpoint – Treffpunkt für den Motorgeräte-Fachhandel.
2024 kamen über 66.000 Fachbesucher:innen aus 80 Ländern zur GaLaBau – 2026 dürfte es kaum weniger werden. Wer vier Tage Nürnberg einplant, bekommt nicht nur Maschinen zu sehen. Es lohnt sich, den Grün-Blauen Pfad zu laufen, den Landschaftsgärtner-Cup zu besuchen und die Gespräche am Rand der Hallen mitzunehmen.
Der Garten- und Landschaftsbau ist nicht mehr nur „die grüne Branche“. Er ist Klimainfrastruktur, Stadtumbau, Lebensqualität – gemacht von Menschen mit Maschinen. Wir freuen uns darauf, Sie im September in Nürnberg zu sehen.
